Rezension zu „Elihu; Hinterlassene Aufzeichnungen aus der Ewigkeit“
von Wolfgang Wallner F.,ISBN 3-902159-13-8 http://elihu.wolfgangwallnerf.com


Karl-Josef Durwen im Mai 2005:

Elihu wurde Wirklichkeit: Er (sie, es) wirkt!

Lieber Wolfgang Wallner F.,

...ja, es war teils schon geisterhaft über Ihren Text in Ihren Geist einzudringen, der mit der Entfaltung der Möglichkeit des Einen im Vielen so viel Vertrautes formulierte: Die Überraschung des doch eigentlich zu Erwartenden, wenn man holistisch denkt, und ebenso Unerwarteten, wenn man sich die Vielzahl der Möglichkeiten und der Zufälligkeit der Schnittpunkte vergewissert.

Wie viele Gemeinsamkeiten oder doch Ähnlichkeiten entfalteten sich da: Die Durchdringung der „realen“ und der „imaginären“ Welt, die Verbindung von Philosophischem, Religiösem und Naturwissenschaftlichem. Grundgedanken wie der, dass sich aus vielen Möglichkeiten im Einen ohne Sonderung doch immer eine Wirklichkeit bricht. Gemeinsame Formen, wie die zwei Handlungsstränge und die dritte Ebene des sich einmischenden Autors oder die – etwas variierte – Wiederholung, wenn auch bei mir als „Überwindung der zeitlichen Logik“ und bei Ihnen als erhellende Bifurkation. Mein Weg durch den vernetzten Möglichkeitsraum gleicht Ihrem Bild der Schnittpunkte oder des Gefangenseins im Entwicklungsstrang oder Ereignisstrahl usw. Nicht zuletzt ist auch das Bild des sein Vollkommenheit aufgebenden, durch den Menschen „werdenden“ Gottes nahezu gleich, wie auch die (bei Ihnen nicht extra genannte) Hegelsche Dialektik. – Vieles könnte ich noch nennen, das Buch steckt voller Notizzettel, doch muss ich ja keine Eulen nach Athen tragen.

Vieles war nicht nur die „etwas verrückte Sicht“, auch die wie der Spiegelung im gespiegelten Spiegel.

Natürlich gibt es Unterschiede hinsichtlich der Anteile von Unterhaltung und Information, der thematischen Konzentration usw., doch war es ein ganz besonderes Reflektionserlebnis, Ihr Buch zu lesen. Danke und Gratulation! …

 

Elihu; Hinterlassene Aufzeichnungen aus der Ewigkeit
von Wolfgang Wallner F.

Das geradezu abenteuerliche und erkenntnisschaffende Eindringen in die Gedankenwelt ist im doppelten Sinne Thema des Buches: Durch den Fund einiger alter Floppy-Disks gelingt es, in Elihus „hinterlassenen Aufzeichnungen aus der Ewigkeit“ einzudringen und dadurch wiederum in die ganzheitliche Denkwelt des Autors. Vordergründig wird eine auf zwei Realitätsebenen spielende Geschichte um Martin bzw. Elihu und Jemima erzählt, hintergründig die Frage nach dem Sein und speziell der Rolle des Menschen darin gestellt. Wenn man denn die Antwort darauf finden will, so kann man dies mit dem ganzheitlichen Bild des Alles im Einen, den sich aufhebenden Gegenätzen selbst von Gott und Mensch.

Dies aber wird nicht esoterisch oder gar platt aufgedrängt, vielmehr in einen schillernd gewoben „Traumfaden“ mit dem Wechsel von Gleichnissen, Märchenhaftem, Biblischem und Östlichem in den nüchternen eines Unfallopfer-Schicksals elegant eingewoben. Und - ohne die erkenntnistragende Überraschung vorwegnehmen zu wollen - auch diese alltägliche Geschichte führt uns das Problem vor Augen, dass wir wie durch einen Möglichkeitsraum wandern, Gefangene und zugleich Knüpfer von Entwicklungssträngen sind.

Das ist kein Gegensatz im Weltbild des Wolfgang Wallner F., in das einzudringen ich sehr empfehle, auch wenn mich persönlich der noch als dritten Faden eingewobene harte Zwirn erklärender und ergänzender Sachlichkeit etwas störte, für andere aber die Halteleine sein mag.

Karl-Josef Durwen ist Autor des Buches: „Im Spiegel der Möglichkeiten“,
Ökologe und Dekan der Fachhochschule Nürtingen/Deutschland und Betreiber der Internetseite www.ureda.de