Rezension zu „Elihu; Hinterlassene Aufzeichnungen aus der Ewigkeit“
von Wolfgang Wallner F.,ISBN 3-902159-13-8 http://elihu.wolfgangwallnerf.com
Anne Gröger auf:
http://www.buchvorstellung.de/rezensionen/elihu.html
Kurzbeschreibung:
Martin liegt nach einem Unfall im Koma. Die Ärzte haben kaum noch Hoffnung.
Doch in diesem Zustand ist er der Vermittler zwischen dem Leser und Elihu.
Elihu - ein Mann auf der Suche nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens, reist durch die verschiedensten Epochen der Menschheitsgeschichte, angefangen bei der Schöpfungsgeschichte über die Antike bis in die Gegenwart und wieder zurück. Überall findet er sich in unterschiedlichen Lebenslagen und Personen wider; und überall findet er Antworten. So unterschiedlich sie auch in der Formulierung sein mögen, beinhalten sie alle im Kern: Alles ist eins und eins ist alles!
"Alles ist in Gott und Gott ist in allem. Daher auch alle Gegensätze. Durch sein Bewusstsein, seine Erkenntnis zwischen Gut und Böse, weiß der Mensch über die Gegensätze, der Baum des Lebens ist ihm dadurch verwehrt. Es ist des Menschen Aufgabe, die Gegensätze zu vereinen, dadurch wird er zu Gott und damit Gott zum Menschen. Der Mensch muss Gott zum Menschen machen!"
Rezension und Literaturkritik:
Wie bereits erwähnt, beruhen die Geschichte und die Philosophie des Buches auf einem einzigen Grundsatz: Alles ist eins und eins ist alles!
Direkt zu Anfang macht der Autor dies durch die Beschreibung eines vor Jahren stattgefunden physikalischen Experiments deutlich und gibt seinem Buch damit zum einen eine wissenschaftliche Grundlage, zum anderen zeigt er dem Leser den roten Faden des Gesamttextes, der in sich oft fragmentarisch wirkt.
Die Personen, welche die gesamte Geschichte zusammenhalten sind Martin und seine Frau Jemima. Aber auch der Autor, der sich am Beginn des Buches selbst in die Erzählung einbringt und schildert wie er durch den Fund von Disketten auf einer Müllhalde zum Verfassen dieser Texte kam. Auch mitten im Text gibt der Autor immer wieder Erklärungen ab und versucht das Folgende für den Leser zu gliedern.
Diese "Reise" von Elihu schildert Wallner F. in Form von Kurzgeschichten. Jede einzelne kann für sich selber stehen, gehört und passt jedoch in den Gesamtkontext . Dazwischen taucht immer wieder die Rahmenhandlung um den im Krankenhaus liegenden Martin und Jemima auf, die mit allen Mitteln versucht, ihren Mann ins Leben zurück zu holen.
Das Paar ist in diesem Buch der Gegenwartsbeweis für die Richtigkeit der philosophischen Theorie.
Mit der Betrachtung dieser Philosophie in Bezug auf die Schöpfungsgeschichte, stellt der Autor interessante Aussagen auf, indem er den christlichen Gott seine Allmacht nimmt und dies auch plausibel begründet. Die einzelnen Geschichten mit ihren unterschiedlichen Betrachtungsweisen begründen weiter die universelle Anwendbarkeit dieses philosophischen Grundsatzes.
Wie um die vorgestellten Gedanken zu untermauern, hat Wallner F. nach der eigentlichen Geschichte - in einer Art Anhang - weitere Texte und Lyrik angefügt, die er durch seine persönliche Zusammenfassung noch einmal in den Gesamtkontext einordnet.
Das Buch wirkt in sich nicht geschlossen und der Leser muss für sich selbst ein Gesamtgefüge daraus konstruieren. Doch trotz brüchiger Struktur und abstrakter Gedankengänge bleibt das Buch verständlich, auch wenn die Einführung in die Gesamtmaterie etwas holprig wirkt. Letztendlich schafft der Autor es doch dem Leser seine Gedanken näher zu bringen. Dabei stellt er eine durchaus positive Philosophie vor und zeichnet ein Weltbild über das es sich lohnt nachzudenken und vielleicht sogar daran zu glauben.
Redaktion: Anne Gröger