Rezension zu „Elihu; Hinterlassene Aufzeichnungen aus der Ewigkeit“
von Wolfgang Wallner F.,ISBN 3-902159-13-8 http://elihu.wolfgangwallnerf.com
Herbert Huber in
http://www.lesekost.de
http://www.lesekost.de/deutsch/au/HHLAU05.htm
| Wolfgang Wallner F.: Elihu. Hinterlassene Aufzeichnungen aus der Ewigkeit St. Pankraz: JBL, 2004. 243 Seiten |
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| Elihu überraschte mich mehrfach. Ich begann die Lektüre zurückhaltend: "menschliche Bewusstseinsebenen", "Aufzeichnungen aus der Ewigkeit" bei der Buchankündigung klingen für ein fiktives Werk nicht gerade ermunternd. Das Vorwort ließ noch Schlimmeres ahnen: wenn Schriftsteller die Quantenmechanik interpretieren, klappt man das Buch besser zu. Doch Wallners mögliche Erklärung für die Nicht-Lokalität (eines der aufregendsten Phänomene der Quantenphysik) im Vorwort (S. 7) zeigte Kenntnis und versprach einfallsreiche Lektüre. | |
| Einen erster Dämpfer erhielt meine Vorfreude durch ein Zitat Kants aus der Kritik der reinen Vernunft, dass ich auf meiner CD (mit fast dem gesamten Werk Kants) trotz wechselnder Suchbegriffe nicht fand. Immanuel mag es so ähnlich gemeint haben: geschrieben hat er das nicht. Der Einstieg in den Roman mit den Disketten auf der Abfallhalde, deren Inhalte der Autor mühsam zusammen setzt, gefiel mir; der Verweis auf Hermann Hesse (S. 14) machte mich stutzig. Ich bin wohl einer der wenigen, denen Der Steppenwolf ausgesprochen nicht gefallen hat. Trotz monistischer Denkausrichtung folgte ich dem Autor bei der Abtrennung des Bewusstseins vom Körper Martins. ( Daniel Clement Dennett hat dazu eine gut durchdachte Geschichte am Ende von Brainstorms). Doch dann setzten die esoterischen Hammerschläge ein. Ein Absatz wie dieser passt in ein mittelalterliches Buch der Mystik, nicht aber in ein Werk des 21. Jahrhunderts:
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| Durch das Nachwort des Verfassers (S. 239) lernte ich, dass ich anscheinend Gedanken im Text übersehen habe. Das diese Gedanken für den Verfasser wichtig sind, sei ihm zugestanden. Muss er aber diese so niederschreiben, dass sie mir entgehen? Und muss man zu jedem Gedanken überhaupt ein Buch schreiben? | |
| Stil Nun hätte eine schöne Sprache, ungewöhnliche Vergleiche oder anregende Wortwahl den Roman noch retten können. Fehlgriff: stattdessen rumpelt mir auf einer Seite (S. 15) sieben Mal das Wort "auch" entgegen; kein Einzelfall. |
Ich rate niemand zur Lektüre des Buches Elihu .